Mein Brief an mich

Stillen

Jana vom Hebammenblog hat eine Blogparade unter dem Motto „Mein Brief an mich“ gestartet. Es geht darum, sich selbst rückwirkend ein paar Tips zu geben die einem das Leben als frischgebackene Mutter leichter machen. Nähere Infos findet ihr hier.

Da mache ich doch gerne mit! Bietet sich ja auch an wo unser zweites Kind in knapp zwei Monaten zur Welt kommt. Da schadet es mit Sicherheit nicht sich selber noch einmal Mut zuzusprechen und ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg zu geben. Vielleicht „überstehen“ wir dann die ersten Wochen mit Säugling etwas gelassener 😉

Deswegen gibt es hier „Spielregeln für mich als frischgebackene Mama“……..

  • Höre auf dein Bauchgefühl und habe Vertrauen in dich und das Baby!
Liebe Frischgebackene Mama,
da sitzt du jetzt mit deinem Neugeborenen und fühlst dich überfordert. In deinem Kopf schwirren mindestens tausend Gedanken und noch mehr Fragen herum! Mache ich das richtig? Tue ich dem Kind weh? Wird es an meiner Brust satt? Müsste ich es nicht von der ersten Sekunde an heiß und innig lieben? Bin ich überhaupt fähig ein Kind ein Leben lang zu begleiten? Oder war das der größte Fehler den ich jemals gemacht habe? Du siehst den Mann an und spürst, dass er die gleichen Gedanken hat. Ihr redet darüber. Oft. Sehr oft. Eine Lösung findet ihr nicht. Und dann mit der Zeit (nach 3-4 Wochen die euch wie Jahre vorkommen werden) pendelt sich langsam aber sicher alles ein…. Wickeln, Pflege, Stillen usw läuft auf einmal wie selbstverständlich. Der Umgang mit dem kleinen Geschöpf wird immer leichter. Du merkst, dass du gerne Mutter bist. Auch an den Tagen an denen alles schief läuft und du so müde wie nie zuvor in deinem Leben bist. Die Gewissheit, alles gut zu machen, wächst. Weil du es machst, wie du es für richtig hältst. Wie es sich für dich und das Kind richtig anfühlt. Du erkennst die Zeichen die dein Kind dir sendet (okay manchmal dauert es ein wenig länger) und berücksichtigst sie. Und dann klappt alles wunderbar! Und du merkst das Allerwichtigste: Die Liebe wächst jeden Tag. Vertraue dir selber! Heute ist Sohn 1.0 zwei Jahre alt und du hast noch nie jemanden so sehr geliebt! Dein Zukunfts-Ich sieht den Mann an und spürt, dass er genau so empfindet. Ihr habt einen wunderbaren Sohn, der glücklich, zufrieden und neugierig aufs Leben ist. Das wird mit Sohn 2.0 genauso sein!
  • Einen Säugling kann man nicht verwöhnen!

Viele Leute mit denen du in engem Kontakt stehst, werden nicht verstehen wie du dein Kind „erziehst“. Sie werden nicht verstehen, dass du mit und mit der Meinung bist, dass man das Kind in den ersten Lebensmonaten gar nicht erziehen sollte sondern einfach nur liebevoll betreuen und umsorgen. Sie werden dir sagen, dass du das Kind verwöhnst, bei jedem Mucks direkt hinrennst und dich kümmerst anstatt es einfach mal schreien zu lassen. Sie werden dir prophezeien, dass du dein Kind in eine totale Abhängigkeit bringst und es niemals ohne dich klar kommen wird. Es ist alles Quatsch! Der Sohn übernachtet mittlerweile bei Oma, geht offen und freundlich auf Besuch zu, geht 2 Tage sehr gerne in die Kita (du wirst darunter mehr „leiden“ als er) und fühlt sich in Spielgruppen wohl. Er wird ein vorsichtiges aber kein scheues Kind sein. Bei der U7 wird dir dies sogar die Kinderärztin bestätigen! Das er sich bei Papa und Mama so sicher fühlt, dass er bereit ist die Welt voller Zuversicht zu erkunden. Also mach es beim zweiten Kind bitte wieder genau so! Allerdings ohne auf die „Anderen“ zu hören und immer wieder zu zweifeln. Es ist alles genau richtig gewesen! Verwöhn du ruhig!!!!

  • Schalte mindestens einen Gang runter!

Okay das Bad war schon mal sauberer und deine Haare stehen auch etwas wild vom Kopf ab. Aber hey, immerhin sind sie frisch gewaschen. Es gibt wichtigeres als Haushalt und Styling mit einem kleinen Säugling. Nämlich sich an die neue Situation zu gewöhnen, das Kind in Ruhe kennen zu lernen und vor allem mal ein Stündchen Schlaf nachzuholen!

Und woher sollen z.B. die Omas wissen, dass man dringend Hilfe braucht wenn der Haushalt immer top ist? Wenn es ihnen zu bunt wird werden sie wohl von ganz alleine helfen 🙂

  • Besuch kann warten

Es werden sich sehr viele Leute anmelden um das Baby besuchen zu kommen. Darunter Leute, die dich seit der Schwangerschaft eher links liegen lassen haben. Weil du auf einmal nicht mehr in ihre Unternehmungen reingepasst hast. Du warst ja zur totalen Langweilerin geworden… Kein Alkohol, kein Sport, immer müde und auf einmal mit ganz anderen Themen beschäftigt. Diese Leute brauchen auch nicht dein Kind kennenzulernen bzw. es einmal begaffen um ihre Neugier zu befriedigen oder das Pflichtprogramm zu erfüllen. Das klingt hart, aber es ist so.

Auch entfernte Verwandte, Bekannte der Omas usw. können warten. Wenn sie dir wohlgesonnen sind, werden sie das verstehen und akzeptieren können. Falls nicht hast du nichts verloren wenn der Kontakt darunter leidet.

Frag dich einfach bei jedem Gast: Habe ich Lust diese Person zu sehen? Wie oft war diese Person überhaupt schon zu Besuch bei uns?

Und falls das Kind auf häufigen Besuch eher mit Stress reagiert oder einfach mal einen schlechten Tag hat, dann kann man auch die engste Familie bitten nicht zu kommen. Denn wenn das Kind nach dem Besuch knatschig ist, bekommt nur ihr es zu spüren. Alle anderen sind ja schon weg…

  • Ratschläge – links rein, rechts raus

Du wirst gute Ratschläge und tolle Tipps aus allen denkbaren Richtungen bekommen: Von deiner Familie, von Freunden, selbst Fremde im Supermarkt oder auf der Strasse werden dir reinreden wollen. Falls du wirklich gute Ratschläge haben möchtest: Frage deine Hebamme; sie ist Gold wert. Oder Freunde die selber Kinder haben. Am besten Freunde deren Erziehung der Deinen nahe kommt. Lass dich nicht verrückt machen. Wieso sollte jemand besser wissen was dein Kind braucht als du? Vielleicht jemand der dein Kind und dich gar nicht kennt? Jemand der sich seit über 30 Jahren nicht mit dem Thema Erziehung auseinander gesetzt hat? Oder jemand der selber überhaupt keine Kinder hat und vielleicht sein eigenes Leben nicht wirklich im Griff hat?

Nein diese Tipps brauchst du nicht. Und Kritik auch nicht! Du machst das gut, ihr schafft das! Also links rein und rechts raus. Aufregen lohnt sich nämlich auch nicht – auf Durchzug schalten ist hier die beste Methode!

Lass dich von Aussagen wie „Das Kind müsste mal langsam durchschlafen/im eigenen Bett schlafen/laufen lernen…“ nicht verunsichern. Auch Sätze die mit „Das ist doch nicht normal…“ beginnen sollten dich nicht interessieren. Auch wenn es manchmal sehr verletzend ist.

  • Manche Dinge muss man einfach akzeptieren

Ja das ist so. Es gibt Dinge die lange nicht perfekt laufen werden. Der Sohn ist kein guter Schläfer. Es wird lange dauern bis er durch schläft, er wird nicht alleine schlafen wollen und er kann nur mit Begleitung einschlafen. Er wird dieses Bedürfnis auch noch mit 2 Jahren haben. Und es wird im Schnitt eine Stunde dauern bis er einschläft. Eine Stunde die du genießen solltest und einfach bei ihm liegen und dich etwas ausruhen solltest. Das wird dir nicht immer leicht fallen, irgendwann möchtest du ja auch „Feierabend“ haben.

Du wirst oft versuchen ihn doch in sein eigenes Bettchen zu legen, wirst hoffen das er irgendwann auch in seinem Kinderzimmer schlafen möchte. Aber er möchte nicht. Er möchte deine oder Papas Nähe spüren. Er will nicht nur mit dir im Zimmer sein, er möchte mit im Bett liegen. Ab dem Einschlafen und nicht erst beim Aufwachen in der Nacht. Das Einschlafen wirst du oder eine andere vertraute Person begleiten. Aber am liebsten „schlafen mit die Mama“, das wird er deutlich fordern.

Sobald du diese Situation akzeptieren wirst und ihn einfach mit im Familienbett schlafen lässt wird alles viel entspannter… und auf einmal schläft der Sohn durch. Er ist glücklich und zufrieden. Der Mann und du auch. Auf einmal schlafen alle entspannt.

Verständnis für diese Situation werden nur die Leute haben, die ihre Kinder auch mit im Familienbett schlafen lassen.  Es ist egal, es ist euer Schlaf.

Vielleicht wird das zweite Kind ein super Schläfer, falls nicht weißt du wie man die Schlafsituation entspannter gestalten kann.

Und falls das zweite Kind einen andere „Macke“ hat, dann geh auf die Bedürfnisse ein anstatt dagegen anzukämpfen, nur weil es vielleicht ungewohnt ist oder nicht deinen Vorstellungen entspricht. Deine Kinder scheinen eigene Vorstellungen zu haben…. Erfüll sie soweit es für dich irgendwie geht.

  • Der Mann und du – ihr seid ein gutes Team

Das seid ihr wirklich! Ihr seid gute Eltern und ein gutes Ehepaar. Aber vergesst nicht zu reden und eure Bedürfnisse zu äußern. Ihr werdet beide immer wieder mal eine Auszeit brauchen. Das ist völlig normal und steht euch beiden zu. Gemeinsam bekommt ihr alles hin. Also bleibt optimistisch und freut auch auf das zweite Kind!

  • Dein Mantra

Ich möchte dir noch ein Mantra mit auf den Weg geben! Das kannst du wiederholen wenn du vor Wut zu kochen anfängst. Es lautet „sie nörgeln also bin ich die beste Mutter der Welt“. Das verstehst du nicht? Ich möchte es dir gerne erklären! Wie bereits oben erwähnt, wirst du unter Verwandten und Freunden viel Widerspruch an deinem Umgang mit dem Kind erfahren. Mittlerweile weiß ich, dass ich es genau richtig gemacht habe. Also bist du als Mutter genau auf dem richtigen Weg wenn du die meiste Kritik über dich ergehen lassen musst…. Sie nörgeln also machst du alles richtig!

Ich wünsche dir alles Gute mit Sohn 2.0

Dein Zukunfts-Ich

 

 

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